| Landsweiler-Reden |
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Heute wird dieser Hausbahnsteig nicht mehr benutzt; seitlich befindet sich ein Personentunnel, durch den man auf einen Inselbahnsteig gelangt. Das Gebäude muss also nicht mehr von den Reisenden betreten werden und wird auch, bis auf die Gaststätte, nicht mehr als Bahnhof benutzt. Auf einer Aufnahme von 1900 ist die Gleisseite des damaligen Empfangsgebäudes zu sehen: ein zweigeschossiger, dreiachsiger Kernbau, der heute noch unverändert besteht, beherbergte wohl das eigentliche Empfangsgebäude. Auf beiden Seiten schließen sich zurückspringende, eingeschossige Nebengebäude an, wobei die rechten (östlichen) Anbauten heute noch unverändert sind. Dass sie allerdings bereits 1880 erbaut wurden, möchte ich bezweifeln. Wahrscheinlicher scheint mir, dass das Ursprungsgebäude schnell zu klein geworden war und erweitert werden Der Kernbau ist ein unverputzter, zweigeschossiger Sandsteinbau mit traufständigem Satteldach. Im Erdgeschoss befinden sich regelmäßig angeordnete Rundbogenöffnungen mit stark profilierten Rahmen. Die Fenster besitzen Fensterbänke und bis zur Bodenleiste herabgezogene Rahmen. Auf der alten Abbildung ist noch schwach zu erkennen, dass die mittlere Öffnung geschlossen und die beiden äußeren offen waren - heute ist es umgekehrt. Dass das Empfangsgebäude zu diesem späten Zeitpunkt im inzwischen altmodischen Rundbogenstil erbaut wurde, hängt vielleicht mit dem 1860/61 errichteten Neunkircher Empfangsgebäude zusammen, das 1914 abgebrochen wurde. Ein weiterer Grund für die Stilwahl könnte aber auch die geringe Bedeutung des Landsweiler-Redener Bahnhofs sein. So gibt es im Saarland viele Beispiele für die Verwendung des Rundbogenstils an kleinen Empfangsgebäuden bis weit über die siebziger Jahre hinaus. Naturgemäß bot sich nämlich der Rundbogenstil durch seine Prinzipien wie Wirtschaftlichkeit, Haltbarkeit und Schlichtheit für wenig repräsentative Gebäude an, umso mehr, wenn sie wie Empfangsgebäude in großer Zahl errichtet werden mussten. Dies mag mit ein Grund sein, dass der Rundbogenstil gerade im Bahnhofsbau so gerne angewandt wurde. Interessant in Landsweiler-Reden ist auch der unverputzte Sandstein. Sichtmauerwerk war gerade im "wahrheitsliebenden" Rundbogenstil häufig und auch bei repräsentativeren Gebäuden ein übliches, wenn auch nicht sehr häufiges Gestaltungsmittel (z. B. am Ludwigsbahnhof in Nürnberg, 1872). |

Landsweiler-Reden
Landsweiler-Reden besitzt das einzige erhaltene Empfangsgebäude der Saarbrücker Bahn aus dem 19. Jahrhundert, genauer von 1880.Der bei der Bundesbahn Saarbrücken vorhandene Grundriß wurde 1967 erstellt.